Tipp: Das Aktive Energiesparhaus

Das Energiesparhaus

Die rechtliche Grundlage der Feststellung, ob ein Gebäude ein Energiesparhaus ist oder nicht, ist die Energieeinsparverordnung von 2002, die mit Wirksamkeit zum Oktober 2009 novelliert worden ist. Dort werden zwei Arten von Gebäuden einbezogen. Dabei stellt der Gesetzgeber auf die Notwendigkeit einer Beheizung in verschiedenen Temperaturbereichen ab. Unterschieden wird nach Gebäuden, bei denen durch die Heizung eine Raumtemperatur von mindestens 19 Grad Celsius erreicht werden muss, und einer zweiten Gruppe, bei der mit Hilfe der Heizung eine Innentemperatur zwischen zwölf und 19 Grad Celsius bewirkt werden soll.

 

Aus dieser Regelung ausgenommen sind verschiedene gewerbliche Gebäude, wie zum Beispiel Stallungen und Gewächshäuser sowie Bauwerke, die sich unter der Erde befinden. Auch mobile Gebäude fallen unterliegen nicht der Energieeinsparverordnung. Darüber hinaus werden Werkhallen ausgeklammert, bei denen es von der Art der Nutzung notwendig ist, ständig ein großes Tor offen lassen zu müssen. Dazu gehören zum Beispiel KFZ Werkstätten und Produktionshallen, bei denen ein ständiger Zubringerdienst für Material und der Abtransport fertiger Güter notwenig sind.

 

Energiesparhaus - Die verschiedenen Stufen beim Hausbau

Beim Energiesparhaus nach der Energieeinsparverordnung unterscheidet man mehrere Stufen. Das Niedrigenergiehaus war anfangs davon gekennzeichnet, dass es einen durchschnittlichen Bedarf an Heizenergie von siebzig Kilowattstunden je Quadratmeter Nutzfläche nicht überschreiten durfte. Nach der Novellierung der Energiesparverordnung ist es davon gekennzeichnet, dass der Energiebedarf für die Heizung und der so genannte Transmissionswärmeverlust nur sechzig Prozent der laut der Verordnung zulässigen Werte betragen darf.

 

Die höhere Stufe beim Energiesparhaus ist das Passivhaus. Davon wird gesprochen, wenn das Gebäude pro Jahr für die beheizte Nutzfläche einen Energiebedarf von weniger als 15 Kilowattstunden aufweist. Hinzu kommen Einschränkungen beim Haushaltsstrom. Dabei wird von einem Passivhaus gesprochen, wenn der durchschnittliche jährliche Bedarf an elektrischem Strom weniger als 120 Kilowattstunden je Quadratmeter Nutzfläche beträgt.

 

Den Spitzenplatz beim Energiesparhaus nimmt das Nullenergiehaus ein. Hier ist die jährliche Energiebilanz das entscheidende Kriterium. In dieser Energiebilanz bleibt die Energie unberücksichtigt, die für den Hausbau aufgewendet werden muss. Über das Jahr hinweg müssen sich beim Nullenergiehaus die Lieferungen und Bezüge von Energie gegeneinander aufrechnen. Meist geschieht das dadurch, dass in den Sommermonaten die über den eigenen Bedarf hinaus produzierte Energie nach außen geliefert wird und man in den Wintermonaten Energie zur Beheizung des Hauses bezieht. Wichtig ist hier, dass die Menge der bezogenen Energie die der gelieferten Energie nicht überschreiten darf.

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Ein Energiesparhaus richtig planen

Wer sich für das Energiesparhaus entschieden hat, der muss schon bei der Planung des Hauses auf einige Dinge achten. Das beginnt bereits bei der Ausrichtung des Gebäudes. Hier sollten die Dachflächen möglichst in eine Richtung zeigen, bei der man mit den später aufgebrachten Solaranlagen eine höchstmögliche Effizienz erzielen kann. Dabei stolpert man oft über die Grundsätze der ortsüblichen Bebauung, bei der es üblich ist, die Fronten und Giebel der Gebäude parallel und im rechten Winkel zu den Straßen ausrichten zu müssen.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Energiesparhaus ist die thermische Isolation. Je weniger Wärme nach draußen fluktuieren kann, desto geringer wird der Energiebedarf für die Beheizung des Hauses. Die Isolation beginnt bereits bei der Planung des Rohbaus. Schon in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts kannte man das Phänomen, dass besonders die Außenwände gut isolieren, die im Prinzip aus zwei Mauern bestehen, zwischen denen sich ein Luftpolster befindet. Heute nutzt man das durch das Aufbringen zusätzlicher Aufbauten an den Außenwänden.

 

Auch bei der Bodenplatte und der Dachkonstruktion sollte man berücksichtigen, dass man zusätzlichen Platz für die Isolierung benötigt. Dächer werden mit spezieller Dämmwolle in Verbindung mit Dampfbremsen isoliert. Diese Isolierung wird an der Innenseite auf die Unterspannbahnen der Beplankung aufgebracht. Im Keller sollte man bei der Höhe mindestens zehn Zentimeter zugeben. Die sind nötigt, um die Decke respektive den Fußboden des Erdgeschossbereiches beispielsweise mit dicken Styroporplatten gegen eindringende Kälte schützen zu können.

 

Fenster und nach außen führende Türen sollten einen gut isolierenden Rahmen und möglichst eine Dreifachverglasung besitzen. Eingangstüren, die oft geöffnet und geschlossen werden, sollten außen mit einem Windschutz versehen sein und in einem möglichst kleinen Vorraum münden, von dem aus eine weitere Tür ins Innere des Hauses führt.

 

Die technischen Möglichkeiten beim Energiesparhaus

Einen erheblichen Schwerpunkt stellen beim Energiesparhaus die Möglichkeiten dar, mit denen man die einmal dem Haus zugeführte Energie mehrfach nutzen kann. Das Hauptaugenmerk wird hier auf die Abluft und das Abwasser gerichtet. In beiden Fällen kommen Wärmetauscher zum Einsatz.

 

Der Wärmetauscher entzieht dem Abwasser die Restenergie und führt sie dem Frischwasser wieder zu. Dabei arbeitet man überwiegend mit einem Schichtenspeicher. Diesen kann auch das Wasser zugeführt werden, dass über die hauseigene Solaranlage bereits vorgewärmt wurde. Ähnliche Prinzipien kennt man auch von der Beheizung des Hauses. Dabei wird die Frischluft über ein dünneres Rohr zugeführt, das in einem größeren Rohr verläuft, durch das die Abluft nach draußen geleitet wird. Zusätzlich können hier spezielle Statikmischer zum Einsatz kommen, die der Abluft noch mehr Energie entziehen und an die Frischluft übergeben können. Sie werden in der gleichen Form auch beim Energiekreislauf des Wassers eingesetzt. Ein direkter Kontakt zwischen den beiden Medien besteht dabei nicht

 

Die Nutzung solarer Energie ist ein wichtiger Punkt beim Energiesparhaus. Sie kann entweder unmittelbar zur Erzeugung von Strom oder zur Erzeugung von Wärme genutzt werden. Entsprechende Solarpaneele bekommt man für beide Varianten zu kaufen. Den Strom kann man selbst verbrauchen und die Überschüsse ans öffentliche Netz übergeben. Die dafür gezahlten Entgelte liegen höher als die Gebühren, die man für eine Stromentnahme zahlen muss. Das sorgt für eine schnellere Amortisierung dieser Investition, die man im Übrigen über Förderkredite mit besonders günstigen Zinsen tätigen kann.

 

Nutzt man die solare Energie für den Heizkreislauf des Hauses oder für die Warmwasserbereitung, kommen so genannte Röhrenkollektoren zum Einsatz. Sie sind mattschwarz beschichtet, was dafür sorgt, dass besonders viel Wärmestrahlung der Sonne absorbiert werden kann. Das so erzeugte Warmwasser wird entweder in den Vorlauf der Heizung eingespeist oder in einen Schichtenspeicher des Warmwasserkessels geführt. Dabei kann man sogar den Wärmetauscher zwischen Abwasser und Frischwasser und die solare Erwärmung miteinander kombinieren und so eine höhere Vorlauftemperatur erzielen. Je höher diese liegt, desto weniger Energie muss man von außen zuführen, um die Solltemperaturen für Warmwasser und Heizung erzielen zu können